| Psychotherapeutische Arbeit mit Hilfestellung von Pferden - Therapie auf vier Hufen |
Psychotherapeutische Arbeit mit Hilfestellung von Pferden - Therapie auf vier HufenDas Pferd dient dem Menschen nicht nur als Freizeitbegleiter oder Sportkamerad, sondern wird ebenso vielfältig in physio- und psychotherapeutischer Arbeit eingesetzt. In Abgrenzung zur Hippotherapie, mit der vor allem in der Körperbehindertenarbeit große Erfolge verbunden sind, steht bei der pferdgestützten Psychotherapie die soziale Kompetenz des Pferdes im Mittelpunkt. Für die psychotherapeutische Arbeit nutzen wir die Qualitäten der Pferde, die sie aus der Evolution zur Sicherung des eigenen Überlebens mitbringen. Die Pferde verfügen über besondere Eigenschaften wie:
Diese nutzen wir in der psychotherapeutischen Arbeit. Das Pferd ist damit in besonderer Weise ein Helfer im Prozeß der Selbstfindung. Der Mensch ist wie das Pferd seinem Wesen nach sehr sozial und auf kommunikative Austauschprozesse angewiesen. Der hohe Aufforderungs- und Kooperationscharakter des Pferdes bietet uns Menschen einen sensiblen und zugleich erlebnisintensiven Raum an, den wir in der Psychotherapie vor allem zur Vermittlung sozialer Kompetenzen nutzen.
Das Pferd ist Vermittler zwischen dem Therapeuten/in und dem Kind/Jugendlichen oder mehreren Kindern oder Jugendlichen in der Gruppe. Darüber hinaus stellt das Pferd aber vor allem die Verbindung her zwischen den bewußten und unbewußten Anteilen von uns Menschen. Das Pferd kann in einer psychotherapeutischen Arbeit vom Kind/Jugendlichen und selbstverständlich von jedem Menschen auf verschiedenen Ebenen erlebt und erfahren werden, zum einen auf der realistischen Beziehungsebene, hier ist das Pferd eben ein Tier, ein Pferd, zum anderen auf einer symbolischen Ebene. Dabei erfährt und spürt das Kind/der Jugendliche, daß das Pferd ein guter Freund, ein Begleiter, Beschützer, Helfer, Untergebener, Fremder, Unbekannter etc. ist. Somit schwingen beim Kind/Jugendlichen gefühlsbetonte Inhalte mit, und das Pferd wird zum Träger verschiedener Bedeutungen, die für den Selbstwerdungsprozeß von uns Menschen hilfreich sind. Pferde sind äußerst sensibel und spüren jede feinste Stimmungsschwankung, die der Mensch durch Atmung, Körperbewegung oder Sprache äußert und antworten entsprechend. So wird das Pferd zum Spiegelbild menschlicher Stimmungen, und der Mensch kann sich, wenn ihm diese bewußt gemacht werden, mit seinen seelischen Befindlichkeiten auseinandersetzen. In der analogen Antwort des Pferdes vermag der Mensch zu erkennen, was er selber tatsächlich gemeint hat, denn das Pferd reagiert auf die Stimmung des Menschen, auch wenn dieser diese eigentlich zu verbergen sucht. Das Pferd schaut mit anderen Worten den Menschen direkt an, schaut durch die Fassade hindurch, als wäre sie gar nicht da. Über das Medium Pferd ist es besonders für Kinder und Jugendliche leichter, innere Verfaßtheit zum Ausdruck zu bringen. Ein wichtiger, nicht unbedeutender Vorteil der psychotherapeutischen Arbeit mit Pferden ist, daß die Anregungen im Bewußtwerdungsprozeß durch das Pferd von uns Menschen leichter angenommen werden können, da wir Menschen häufig Äußerungen durch den Therapeuten/die Therapeutin als eine Bewertung empfinden. Das Pferd dagegegen wird von uns wertfrei erlebt. Mit Hilfe von Pferden lassen sich psychotherapeutische Bewußtwerdungsprozesse und somit die seelische Entwicklung eines Menschen unterstützen und fördern. Denn die unmittelbare Verbindung zwischen körperlichem und emotionalem Erleben schafft einen erlebnisdichten und nachhaltigen Rahmen in der therapeutischen Arbeit. Psychotherapeutische Arbeit mit Pferden ist besonders indiziert bei Kindern und Jugendlichen, selbstverständlich auch bei Erwachsenen mit:
Wir bieten diese Arbeit mit unseren Vollblutarabern an, die in einer stabilen, altersgemischten Gruppe leben, regelmäßig gearbeitet werden und sehr unterschiedliche Charaktere haben. Da in der Gruppe sowohl ein Wallach als auch Stuten und tragende oder säugende Stuten leben, können wir auch auf geschlechtsspezifische bzw. familientypische Konstellationen zurückgreifen, was für viele Kinder und Jugendliche eine wichtige Erfahrung ist. Nah bei der Herde lebt unser Hengst, der aufgrund dieser Konstellation bspw. häufig großen Anlaß zu Fragen und Überlegungen gibt, wie z.B. "Wie geht es dem denn damit, daß er nicht bei seinen Stuten sein darf." Kinder finden oft leichter Anknüpfungspunkte für Probleme, die sie selber erleben. Unsere Beziehungsarbeit mit Pferden bieten wir auch als Selbsterfahrung für einzelne Menschen, als Gruppenarbeit und als eine Form von Supervision und Coaching für Teams und Führungspersonen an. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an uns:
Meine Qualifikationen:Dipl.-Pädagogin, tiefenpsychologisch fundierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Psychoanalytikerin für Einzel- und Gruppentherapie (DAGG/VAKJP), kleines Fahrabszeichen (FN), seit Jahren in eigener Praxis tätig. Die Pferdegestützte Therapie wird in der Regel nicht von den Krankenkassen finanziert, die Kosten bewegen sich bei der Gruppentherapie mit bis zu sechs Teilnehmern/innen bei 25,- € und in der Einzelarbeit bei 35,- €. |
